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Militärgeschichte Oranien-Nassau

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Die Gründung des Herzogtum Nassau Das nassauische Militär von 1803 – 1813 Das nassauische Militär von 1813-1820 Das Landjägerregiment Das Landwehrinfantrieregiment
Offiziersrangliste des herzoglich-nassauischen Landwehrinfantrieregiments Das nassauische Jägercorps Der Brigadestab Offiziersrangliste Brigadestab Der Landsturm Die Oranisch-Nassauischen Truppen Offiziersrangliste des Regiments Oranien-Nassau (Stand: 20.02.1814) Das Regiment Oranien-Nassau Der Oranische-Nassauische Landsturm

Das nassauische Militär von 1803 – 1866 von Alexander Peter

Die Gründung des Herzogtum Nassau

 

Nach dem sich Preußen 1795 im Sonderfrieden von Basel aus der Koalition gegen das revolutionäre Frankreich zurückgezogen hatte, wurde das gesamte linke Rheinufer französisch. Diese Situation wurde im Friedensvertrag von Campo Formio festgeschrieben. In diesem wurde auch die Entschädigung für alle erblichen Fürsten des Reiches für ihre verlorenen Besitzungen festgelegt. Allerdings konnte deswegen in den Verhandlungen 1797/98 keine Einigung erzielt werden. Infolgedessen führte erst der Frieden von Luneville 1801, auf Grund des in Paris aufgestellten Entschädigungsplanes und, zu einer Einigung. Schon im Jahr 1803 führte dieser zum Reichsdeputationshauptbeschluß. Er zerstörte durch die Säkularisation der geistlichen Herrschaften und ihre Zuteilung an die zu entschädigenden weltlichen Fürsten das alte Reich endgültig das alte Reich. Napoleons Ziel, die deutschen Mittelstaaten zu stärken und so, neben Preußen und Österreich, eine von Frankreich abhängige „dritte Kraft“ zu etablieren hatte sich verwirklicht.

 

Durch den Reichsdeputationshauptbeschluß erhielten Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg, die als Erben von Nassau-Saarbrücken alle Besitzansprüche im Saarland und der Pfalz an Frankreich verloren hatten, die rechtsrheinischen angrenzenden Gebiete von Kurmainz und von Kurköln; dazu von Hessen-Darmstadt seinen Anteil an der Niedergrafschaft Katzenelnbogen, ferner die Grafschaft Sayn-Altenkirchen und außerdem zahlreichen Streubesitz im Entschädigungsgebiet . Durch diesen Tausch konnten die beiden Grafschaften einen gehörigen Zuwachs. Nassau-Oranien wurde für den Verlust der niederländischen Statthalterschaft und seiner Domänen, das Bistum Fulda, das Hochstift Corvey mit der Stadt Höxter an der Weser, die Reichsstadt Dortmund, die Abteien Weingarten in Oberwschwaben, St. Gerhold im Vorarlberg, Hofen am Überlinger Arm des Bodensees, Dietkirchen a.d. Lahn und die Propstei Bandern am Oberrhein. Die Hauptstadt wurde Fulda.

 

Im Jahr 1806 schlossen sich 16 deutsche Länder unter der Anleitung Frankreichs zum zum Rheinbund zusammen. Dies führte zum Niederlegen der Kaiserwürde durch Franz II. und zum endgültigen Ende des Reiches.

 

Unter den Unterzeichnern waren auch die beiden Fürsten von Nassau-Usingen und Nassau-Weilburg die dadurch die Herzogswürde erhielten und sich zum Herzogtum Nassau zusammenschlossen. Da die Nassau-Oranier den Beitritt ablehnten, wurde das Dillenburger Gebiet eingezogen und wie die Grafschaft Wied-Runkel und die Herrschaft Westerburg und Schadeck dem Großherzogtum Berg. Nach der Oraganisationsverfügung für das herzogliche Arrondissement Dillenburg unterstanden dem Provinzialrat zu Dillenburg die Fürstentümer Siegen, Dillenburg und Haddamar sowie die Grafschaften Beilstein, Westerburg, Schadeck, und Runkel.

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Das nassauische Militär von 1803 – 1813

Der Generalkommandeur des nassauischen Militärs war Herzog Friedrich August von Nassau Unsingen selbst. Als ehemaliger General der preußischen Truppen konnte er hervorragend seine Truppen führen. Natürlich fertigte er nicht selbst die Befehle aus, dies war Aufgabe des General Adjutants. Nachgeordnet war die Militär Deputation aus der am 01.01.1807 das Kriegs-Collegium und die Kriegs Kasse hervorging.

Die vier Bataillone waren selbstständig und unterstanden direkt dem Brigadekommando. Jedes Bataillon hatte zwei Stabsoffiziere, den „Chef“ oder „Proprietär“ und den „Commandanten“. Die Bataillone waren in vier Kompanien eingeteilt und hatten eine Stärke von je 15 Offizieren und 536 Mann. Das Depot für Bekleidung und Ausrüstung war seit 1803, das ehemalige Kloster Ebersbach im Rheingau.

Die Uniform bestand aus einem dunkelgrünen kurzschoßigem Frack, der mit einer Reihe gelber Knöpfe versehen war. Kragen und Aufschläge hatten einen gelben Bortenbesatz und eine unterschiedliche Rottönung je nach Bataillon. Eine weiße Weste, hellgraue, bzw. im Sommer weiße, leinene Hosen, schwarze Gamaschen und Schuhe komplettierten das Bild. Die Kopfbedeckung bestand beim 1. Bataillon aus einem Raupenhelm, bei den anderen aus dem französischem Tschako. Die deutlichste Charakterisierung war das gelbe Lederzeug. Nur das 3. (leichte Jäger-) Bataillon trug schwarzes Lederzeug und bis 1807 Hüte. Die reitenden Jäger trugen grüne, husarenartig verschnürte Spenzer, grüne Hosen, Stiefel und bis 1810 Raupenhelm dann Pelzmützen. Anläßlich der Mobilmachung erhielten die Feldbataillone und das Depot-Bataillon Fahnen.

Die Bewaffnung bestand aus einem glatten Steinschloßgewehr mit Bajonett und Säbel. Beim Jäger Bataillon erhielten die besten Schützen Büchsen. Grundlage der Ausbildung war das österreichische Exerzier-Reglement. Ab 1808/09 führte man das französische ein. In der Armee galt die französische Militärverfassung. Dies schloß auch die Konskribtion mit ein, die in den nassauischen Landen vorher unbekannt war. Die Stellvertretung war gestattet. Das Einstandskapital für den Stellvertreter betrug 150 fl. und 300 fl. für die Kavallerie. Da Desertionen sehr häufig vorkam, galt dafür deshalb ab dem 03.10.1803 die Todesstrafe

Das Militär setzt sich im Jahr 1806 aus der ehemaligen Usingischen- Biebricher Kompanie aus der das 1. (Leib-) Bataillon wurde mit Garnison in Wiesbaden und Biebrich. 1803/04 war Oberstleutnant Todenwarth der Kommandeur, danach Oberst von Pöllnitz.

 

Aus den zwei Weilburger Jäger Kompanien werden das 2. Bataillon mit Garnison in Weilburg und Umgebung. Der Umbau wurde durch Major von Kruse vollzogen. In den neuerworbenen Ämtern Deutz und Linz wurde das 4. (Musketier) Bataillon unter Major von Hornbach aufgestellt. Es bezog auch in den neuen Ämtern seine Garnison. Von Kurmainz wurde 1802 ein leichtes Jäger-Corps übernommen. Aus diesem Jäger Corps entstandt nach der Übernahme das 3. (leichte Jäger) Bataillon mit Garnisonen in Kastel, Hochheim und Höchst. Ebenfalls 1802 wurde die Kurhessische Garnisonskompanie der Festung Marksberg in nassauische Dienste übernommen. Den neu errichteten Bataillonen wurden die Truppenteile der Königssteiner-Kreis-Kompanie und der ehemaligen Kurmainzer zugewiesen. 1804 kommt eine Kompanie reitender Jäger, die 1807 verdoppelt wird, hinzu. Ihre Garnison war Biebrich.

 

 

Mit Ausbruch des Krieges gegen Preußen forderte Napoleon als Protektor des Rheinbundes am 28.06.1806 den Herzog von Nassau auf Truppenstärke, Marschbereitschaft und den kommandierenden Offizier kurzfristig zu nennen. Das hatte zur Folge, dass die Bataillone von vier auf sechs Kompanien gebracht wurden. Zum Brigadekommandeur wurde Oberst von Schäffer ernannt.

 

Die nassauische Truppen nahmen an der Schlacht von Jena Auerstedt am 14.10.1806 teil (3. „Jäger“-Bataillon). Im November  befanden sich, allerdings für die Soldaten unter widrigen Umständen, 3 Bataillone als Besatzungstruppen in Berlin. Im April stießen 1807 die Nassauer zum französischen Armeekorps  des Marschall Mortier in Pommern. Sie nahmen an den Kämpfen bei Uckermünde und Anklam und an den Belagerungen von Kolberg und Stralsund teil. Im November 1807 traten sie den Heimmarsch an.

 

Während einer kurzen Ruhezeit in der Heimat wurde die Zeit genutzt um eine Reorganistion der Truppen durchzuführen die aufgrund der aus dem Feldzug gewonnen Erfahrungen notwendig geworden war. Standorte in dieser Zeit waren Wiesbaden, Weilburg, Limburg, Diez, Neuwied.

 

Im Juli 1808 erhielt Nassau die Aufforderung ein Infantrie-Regiment zu zwei Bataillonen mit je sechs Kompanien und einem Eskadron Reitender Jäger zur Armee nach Spanien zu stellen. Dort stand die französische Armee nach der Absetzung des spanischen Königs 1808 in einem ungewohnten und erbittert geführten Partisanenkampf, der „Guerilla“ dem „kleine Krieg“, einem zähen spanischem Gegner gegenüber. Zur Bildung des „Herzoglich Nassauische zweite Infantrie-Regiments“ wurde das 2. Und 3. Bataillon unter Oberstleutnant von Kruse und Oberstleutnant Meder herangezogen. Um die geforderte Aufstockung zu realisieren mußte das 1. Und 4. Bataillon je eine Kompanie abgeben. Außerdem traten 300 ausgehobene Rekruten zum Regiment.

Am 20.08.1808 verließ das Regiment die Heimat und traf nach einem schweren Marsch von 50 Tagen am 11.Oktober in Bayonne ein. Kein Angehöriger des nassauischen Kontigents ahnte, dass die Truppe fast fünf Jahre auf spanischem Boden kämpfen, leiden und sterben sollte.

Das 2. Infantrie-Regiment sollte in dieser Zeit an 7 Schlachten und 33 Gefechten teilnehmen. Die Reitenden Jäger nahmen an 32 Gefechten und größeren Kampfhandlungen teil.

 

Im März 1809 verlangte Napoleon die Bildung eines weiteren Regiments das von Nassau und mehreren kleinen Herzogtümern gestellt werden sollten. Einen Teil der Verpflichtung der kleineren Herrschaften übernahm Nassau gegen Kostenerstattung für „die Capitulationszeit von 6 Jahren und 6 Monaten. Unter dem Kommando des Obersten von Pöllnitz entstand aus dem bisherigen 1. Und 4. Bataillon das „1. Herzoglich Nassauische Regiment“. Am 08. April marschierte das Regiment aus Wiesbaden auf den bayrisch-österreichischen Kriegsschauplatz. Nach Garnisondiensten in Wien und Passau erhielt die Truppe den Befehl zum Abmarsch nach Spanien wo es am 16.03.1810 in Barcelona eintraf. Bis Ende 1813 nahm das Regiment an 35 Gefechten in Nassau teil. Noch März 1813 wurde auch noch das 1. Eskadron Reitender Jäger nach Katalonien beordert. Nach dem Oberst von Pöllnitz an einer schweren Verwundung am 13.07.1811 verstarb wurde sein Nachfolger Oberst Friedrich Wilhelm Meder.

 

1812 kann der Staatsminister Marschall von Bieberstein (1770 – 1834) durch geschicktes verhandeln verhindern, dass keine weiteren Truppen für den Rußlandfeldzug Napoleons gestellt werden müssen.Im Jahr 1813 bestand das Rheinbundstaatenkontigent hauptsächlich aus Nassauern. Insgesamt kämpfen 3.500 Mann in 2 Regimentern Infantrie und 2 Eskadron Reitende Jäger auf der iberischen Insel. Im Herzogtum Nassau versehen ca. 300 Mann das Depot der Infantrie, in Biebrich sind es ca. 70 Mann die das Magazin der Kavallerie beschicken.

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Das nassauische Militär von 1813 – 1820

Im Oktober 1813 erlitt Napoleon und seine Armee die entscheidende Niederlage bei Leipzig. Dem Rückzug der kaiserlichen Armee folgte der Zusammenbruch des Rheinbundes (detailierte Schilderung der Ereignisse im Jahr 1813 in der Geschichte des Johann Jost Holighaus auf dieser Web-Seite). Am 16.11.1813 erklärt das Herzogtum Nassau seinen Austritt aus dem Rheinbund und gleichzeitig den Eintritt in die Allianz gegen Frankreich. Durch die daraus resultierende militärische Verpflichtung war doppelt so hoch als die Rheinbundverpflichtung. Aufzustellen waren Linientruppen, Landwehr, Freiwillige Jäger und ein Landsturmaufgebot. Das 1. Infantrieregiment und die zwei Schwadrone reitender Jäger, befanden sich noch in Spanien in Gefangenschaft.

Das 2. Regiment konnte durch geschicktes Handeln des Oberst von Kruse nach dem Übergang des Herzogtums in die Allianz auf dem Kriegsschauplatz Spanien zu den Engländern übergehen und nach England verschifft werden. Von dort sollte es nach den Niederlande verschifft werden. Bei der Überfahrt kam es zu einem Schiffbruch der als „Unglück auf der Haaksbank“ bekannt wurde. Von den 200 Mann die auf den beiden untergegangenen Schiffen waren, überlebten nur drei Offiziere, 26 Gemeine und drei Matrosen. In der Heimat  lag ein Depotbataillon der Infantrie mit vier Kompanien  und die Reserve der Kavallerie, zusammen etwa 1.300 Mann.  Die Landjägerbrigade mit zwei Regimentern zu je zwei Bataillonen mit je fünf Kompanien, insgesamt etwa 4.000 Mann, nahm  Polizeifunktionen wahr.

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Landjägerregimenter
Der Bestand des bisherigen Depotbataillons wurde Ende November 1813 der Stamm des 3. Infantrieregiments. Zu diesem Stamm traten die zum Felddienst tauglichen und abkömmlichen Männer aus den beiden Landjägerregimentern. Der Rest wurde durch die „Conscribtion“. Das Kommando wurde Oberst Ernst von Steuben übertragen. Standort der Aufstellung war Usingen. Die Friedensstärke betrug 1.680 Mann. Bereits am 28.02.1814 hatte das Regiment 41 Offiziere und 1.641 Unteroffiziere und Gemeine. Das Regiment bestand aus dem Regimentsstab und zwei Bataillonen zu je 4 Kompanien. Dies waren eine Grenadier-, eine leichte- und zwei Füssilierkompanien. Beim Rangieren im Bataillonsverband gingen die Grenadiere als Elitekompanie auf der rechten Seite und die leichte Kompanie auf der linken. Zwei Kompanien formieren eine Division, jede Kompanie ein Peloton, jede halbe Kompanie eine Sektion. Die Zimmerleute (Sappeure) marschierten an der Spitze des Regiments angeführt vom Sappeurkorporal. Die Röcke der Uniform war vorn etwas länger als bei den beiden anderen Regimentern. Die Vorstöße am Kragen waren gelb ebenso wie die auf den Schulterklappen, die aus schwarzem Tuch gefertigt waren. Anstelle der traditionell grünen Hosen wurden, aufgrund von Engpässen beim Färben, graue Hosen an die Soldaten ausgegeben. Die Grenadiere erhielten aus Ersparnisgründen Tschakos, die Grenadiere der anderen Regimenter trugen Bärenfellmützen, die mit einem (wahrscheinlich roten) Federbusch  geschmückt waren.

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Landwehrinfantrieregiment

Ein weiteres aufzustellende Truppenkontigent im Jahr 1813, stellte das Landwehrinfantrieregiment. Es sollte zunächst hauptsächlich aus dienstfähigen Freiwilligen gebildet. Für den Dienst sollten diese mit besonderen Vergünstigungen, bevorzugte Einstellung in der herzoglichen Verwaltung u.a., gelockt werden. Bis Dezember sollten sich die Freiwilligen beim Generalkommando in Usingen melden. Am 11. Dezember 1813 wurde ein Edikt erstellt in dem festgelegt wurde, dass das Regiment nur für die Kriegsdauer aufgestellt werden sollte. Das Landwehrregimentskommando erhielt seinen Standquartier in Weilburg. Dort und in der Umgebung fand auch die Ausbildung statt. Ende Januar 1814 wurden sie endgültig in den Rheingau verlegt. Da sich nicht genügend Freiwillige meldeten, von der angestrebten Gesamtstärke  von 1.680 Mann fehlten zum Jahresende 1813 noch 1.270 Mann, wurde Anweisung gegeben Rekruten auszuheben. Das Regiment bestand aus zwei Bataillonen zu je eine Grenadier-, eine leichte (Voltigeur) und zwei Füsilierkompanien. Die Uniformen glichen denen des 3.Regiments allerdings mit roten Vorstößen, weißen Zinnknöpfen, die Borten der Unteroffiziersdistinktion bestanden aus weißer Tresse dazu wurden graue Hosen getragen. Die Freiwilligen sollten als sichtbare Auszeichnung eine silberne Schnur um den Kragen nach vorne zu einem ungarischen Knopf (Knoten) geschlungen tragen.

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Offiziersrangliste des herzoglich-nassauischen Landwehrinfantrieregiments (Stand Nov. 1813 bis Juni 1814)

Truppenteil Funktion Rang Name
Regiment
Kommandeur
Adjutant
Auditeur
Quartiermeister
Ärzte
Oberstleutnant
Leutnant
char. Leutnant
Leutnant
Regimentsarzt Bataillonsärzte
Mülmann, C. Fr. v.
Schmidtborn, C.
Flach, Ch.
Ebhard, S.A.
Gross, W. Müller, J. Schacht, J.
. Bataillon
Kommandeur
Adjutant
Major
?
Kutzleben, Chr. W. v.
Ziess, L.
II. Bataillon
Kommandeur
Adjutant
Unter-Adjutant
Major
Leutnant
Hauptleute
Oberleutnant
Leutnant
Avemann, C. v.
Ondar, Fr. J. Lex, W.
Vallet des Barres, C. Fr. H. Schapper, A: Mohr, J.C. Balemann, A.v. Hofmann, W.Ch.E.v.
Greiner, J. Duill, J. Dombois, F.C. Graf, J. Winter, G
Bauer, A. Caesar, C. Panthel, C. Creutz, C.L. Eschermann, W.v. Schüssler, W. Meder, W. Wolters, B. Bene, F.W. Westermann, F. Snell, C. Haeuser, C.R. Usener, G. Seebold, C. Schapper, W. Posch, M.J. Medicus, W. Schapper, Th.

 

Die Bewaffnung der Landwehr bestand aus veralteten österreichischen Gewehre, die im Laufe der Zeit gegen französische Kriegsbeute ausgetauscht wurden. Das Regiment erhielt eine Fahne.

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Das nassauische Jägercorps

Das Jägercorps wurde als Scharfschützentruppe aus allen unverheirateten, diensttauglichen und abkömmlichen Forstjägern, Revierförstern, Forstkanidaten, Jägerburschen, Forstaufsehern und Waldförstern, gebildet, die zwischen 18 und 40 Jahren waren. Das Grundgerüst waren 77 Mann Reitende Jäger, Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, die in Biebrich das Depot besorgt hatten, da sie keine Pferde mehr hatten.

Auch das Jägercorps wurde nur für die Dauer des Krieges aufgestellt. Alle Bestimmungen über Dienstverhältnisse, Bekleidung,wurden vom Landwehrregiment übernommen. Im September 1814 betrug der Truppenumfang 12 Offiziere und 382 Unteroffiziere, Jäger und Ärzte. Der Chef war der Oberst à la suite v. Wintzigerode. Das Standquartier war zunächst Usingen. Ende Januar 1814 zog man dann nach Wiesbaden und Umgebung. Die Freiwilligen mußten sich die Uniform und die Ausrüstung selbst besorgen. Ansonsten erhielten die Jäger die gleichen Vergünstigungen wie die Landwehr. Für Angestellte aus der Forstverwaltung wurden die Stellen vakant gehalten.

Offiziersliste des Brigadestabs
Funktion Rang Name
Kommandeur Oberst à la suite Wintzingerode, Fr. v.
Adjutant Oberleutnant Malapert-Neufville, W.G.A. v.
Arzt Fach, Dr. C.A.
Auditeur Lück.J.E.
Hauptleute Massenbach, G.W.S. v.
Schnelle, H., Schwarzenau, Fr.L. v.
Oberleutnant Nauendorff, L. v.
Leutnant Schichter, G.Chr.

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Brigadestab

Der neugebildete Brigadestab, auch „das leichte Infatrie-Brigade-Commando“ genannt, unterstand dem Kommando des Obersten v. Bismark. Dem Brigadestab gehörte neben dem Kommandeur an, ein Adjudant, ein Quartiermeister und acht Unteroffiziere und Gemeine. Hinzu kam ein Train von 18 vier- und einem einspännigem Wagen, insgesamt 99 Pferde. Ein Offizier und 68 Unteroffiziere, Gemeine und Handwerker betreuten den Troß. Die Aufteilung des Troßes war folgende:

1   Offizier 1   Munitionär 2   Wachtmeister 1   Hufschmied 2   Korporale 2   Sattler 2   Wagner 56 Wagen- und Packknechte

Die Aufteilung der Wagen:

Brigade Stab:            1 vierspänniger Wagen 3.Inf. Regiment:          6 vierspännige und 2 Patronenwagen Landwehr Reg.:          6 vierspännige und 2 Patronenwagen Freiw. Jäger Corps:  1 vierspännigen und 1 zweispännigen Patronenwagen

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Der Landssturm

Im Dezember 1813 wurde ein Edikt zum Aufgebot eines Landsturmes erlassen. Es bestand die Absicht, den Landsturm als eine dauerhafte Einrichtung zu schaffen, die „als leicht bewegliche Polizei- und Kriegsmiliz“ sowie „als taugliche Pflanzschule für die Linien- und Landwehrregimenter“ dienen sollte.

Das vorgesehen Aufgebot von 36.400 Mann wurde in 29 Bataillone und eine Kompanie gegliedert. Das Bataillon bestand aus fünf Milizkompanien und einer Reseverkompanie. Die Reservekompanien sollten an die Stelle des aufgelösten Depotbataillons und der Landjägerregimenter treten. Alle Offiziere des Depotbataillons und der Landjägerregimenter, die nicht zum neuerichteten 3. Infantrieregiment übergetreten waren, wurden in die Reservekompanien übernommen. Die Offiziere und Unteroffiziere trugen die Uniform der Landwehr, ebenso 40 ausgewählte Reservegrenadiere jeder Kompanie.  Die übrige Mannschaft sollte ebenfalls gleichförmig gekleidet werden: Landwehruniformrock, weitgeschnittene lange Hosen von Grundtuch oder weißer Leinwand, kurze Tuch oder Leinengamaschen; Kopfbedeckung war ein gewöhnlicher breitkrempiger, auf einer Seite aufgeschlagener Hut. Die Bewaffnung bestand aus dem Militärgewehr mit Bajonett und Patronentasche nach dem Muster der Landwehr und „acht Fuß“ langen Piken. Die Uniform hatte jeder Reservist aus eigenen Mitteln anzuschaffen, Waffen und Ausrüstung sowie zwei Trommeln je Kompanie stellte der Staat. Die Milizkompanie unterstand einem Landhauptmann, der vom Herzog auf Vorschlag des Kriegskollegiums bestellt wurde. Dieser ernannte nach den auf Stimmenmehrheit beruhenden Vorschlägen der Milizmannschaften die Rottenführer (einen auf zehn Mann) und den Landfeldwebel (einen auf je 50 Mann). Die Kopfzahl der Bataillone betrug 1.200 bis 1.500 Mann, je nach den Kompaniestärken (200 bis 250 Mann).  Jedes Batatillon befehligte ein vom Herzog ernannter „Landobrist“. Die Bataillone führten den Namen des Hauptortes ihres Aufstellungsbezirkes. Die Aufgabe des Landsturmes bestand darin, die Landesgrenzen und den eigenen Herd zu beschützen, Plünderungen und Übergriffe durch marodierende Soldaten zu verhindern sowie „das Ansehen und die Achtung der Landesobrigkeit sowie die Aufrechterhaltung gesetzlicher Ordnung zu sichern“. Die Bataillone der Ämter Höchst-Königsstein, Oberursel, Hochheim, Wallau, Idstein-Wehen, Wiesbaden, Eltville und Rüdesheim-Kaub waren schon Anfang 1814 so komplett und tüchtig, daß sie an der Blockade der Festung Mainz beteiligt werden konnten. Nach dem Friedensschluß von Paris endete auch die Felddienstverwendung und die Reservekompanien wurden neu organisiert. Die zur Reservemannschaft gehörenden Männer wurden in drei Klassen geteilt: Aus der ersten wurden die Ergänzungen für die Linientruppen genommen. Die zweite Klasse, „die Reserve Grenadiere“, bestand aus den vom Dienst von der Linie befreiten Männer, die diensttauglich waren. In der dritten Klasse dienten diejenigen, die schon drei Jahre in der ersten Klasse ihre Dienstpflicht abgeleistet hatten. Die Reservegrenadiere wurden hauptsächlich für den Polizeidienst im Lande verwendet. Die gesamte Reserve war in vier Regionenalbezirke eingeteilt:

1. Inspektionsbezirk von Wiesbaden       Inspektor der Oberleutnant und Reservekompaniechef zu Wallau Theodor Thielmann

2. Inspektionsbezirk von Weilburg            Inspektor der Major v. Ziegesar vormals 3. Infantrieregiment

3. Inspektionsbezirk von Limburg             Inspektor der Major v. Kutzleben vormals Landwehrregiment

4. Inspektionsbezirk von Neuwied            Inspektor der Major v. Motz vormals 1. Infantrieregiment Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Die Oranien-Nassauischen Truppen (Eine eingehende Schilderung der Ereignisse 1813-1815 bei den Oranisch-Nassauischen Truppen, finden Sie unter „Die Geschichte des Johann Jost Holighaus“)

Bereits im Dezember 1813 begannen von Den Haag aus auf Befehl Friedrich Wilhelms, des Prinzen von Oranien und Fürsten von Dillenburg, Vorbereitungen mit dem Ziel, auch in den oranischen-nassauischen Stammlanden ein Truppenkontigent für die Verbündeten gegen Napoleon aufzustellen. Zwar erfolgte die offizielle Rückgabe der Fürstentümer Dillenburg, Hadamar und Siegen Ende Dezember 1813, doch die Situation duldete aus Sicht des Fürsten keinen Aufschub. Unter der Rheinbundfahne hatte dieses Gebiet 738 Mann zu stellen. Letztendlich wurden daraus 39 Offiziere und 1.855 Unteroffiziere und Mannschaften. Am 19.01.1814 beantragt Staatsminister von Gagern, bei Fürst Friedrich Wilhelm die Aufstellung zweier Linienbataillonen mit einem Depotbataillon. Außerdem sollen zwei Kompanien „Freiwillige Jäger“ gebildet werden. Tatsächlich wurde nur eine formiert. Den Kern der Truppe bilden einige hundert aus dem ehemaligen großherzoglichen-bergischen Militär stammenden Soldaten. Dazu kamen die neu ausgehobenen Konskribierten. Das Bataillon erhielt das französische Exerzierreglement. Es wurde nur für die Zeit des Feldzuges aufgestellt. Nach der Niederlage Frankreichs, wurde das Regiment Oranien-Nassau in die Heimat zurückgeführt und aufgelöst. Vorher fand am 28. 11. 1815 bei Montmercy ein Truppentausch zwischen dem Regiment und dem 2. Infantrieregiment Nassau statt. Durch die Abgabe von Landesteilen an Preußen wurden einige Soldaten im 2. Infantrieregiment vom preußischen Heer übernommen. Um diesen Truppenverlust auszugleichen, wurden konskribierte und freiwillige aus dem Regiment Oranien-Nassau in das 2. Infantrieregiment überführt Insgesamt tauschten 574 Unteroffiziere und Mannschaften des Oranisch-Nassauischen Regiments die Uniformen mit ihren nun preußischen Kameraden. Diese marschierten mit in die Heimat und traten dann zu Preußen über. Die Uniformen des Regiments Oranien-Nassau stellten sich folgendermaßen dar: Der einreihige, dunkelblaue, kurze Rock, wurde mit acht weißen Knöpfen geschlossen. Die Aufschläge und die Schoßumschläge waren orange, die Ärmelplatte (in brandenburgischer Fasson) dunkelblau, der Mantel grau, Hosen und Gamaschen grau. Den Tschako  französischen Modells zierten eine weiße Plakette, die ein gekröntes „W“ darstellte,  weiße Behänge mit orangefarbenen Kokarde  sowie ein ca. zwölf Zentimeter hohes Pompon von gleicher Farbe, dessen Spitzen bei den Grenadieren und den Füssilieren weiß, bei den Flankeuren jedoch grün waren. Die dunkelblauen, weiß bordierten Röcke entsprachen bei den Grenadieren und den Flankeuren mit den Wings bereits dem englischem Vorbild. Die Schwalbennester der Tamboure und der Pfeifer waren im Orangeton der Landesfarbe gehalten und weiß verziert, blau-weiß-rote Ärmelborden in Triangelform hoben die Musiker noch zusätzlich hervor. Den Offizieren stand der lange, frackförmig geschnittene Rock mit der um die Taille geschlungenen,  links geknoteten, orangfarbenen Schärpe zu. Ihre Gradabzeichen folgten dem französischen Muster. Silbernfarbige Portepées und ein kleiner weißer Federstutz auf dem Tschako vervollständigten das Bild. Am weißen Lederzeug hing die Patronentasche, am selben Bandelier auch die Scheide für das Bajonett. Nur Grenadiere und Flankeure dürften zusätzlich den Säbel tragen. Auch die Lederriemen der rotbraunen Tornister waren weiß. Das Regiment benutzte französische Gewehre mit den dazugehörigen Bajonetten; Fahnen hatte es nicht.

 

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Offiziersrangliste des Regiments Oranien-Nassau Stand 20.01.1814

Regimentskommandeur Major Schaffner
1. Bataillon Kommandeur Major Dressel
Grenadierkompanie Hauptmann Ludwig
Kompanieführer ab Februar Oberleutnant Schlarbaum
Unterleutnant Conradi
Flankeurkompanie Hauptmann Schleyer
Oberleutnant Hartmann
Unterleutnant Müller
1. Füsilierkompanie Hauptmann Pfaff
Oberleutnant Rühle v. Lilienstein
Unterleutnant Canstein
2. Füssilierkompanie Hauptmann de Seigneux
Oberleutnant NN.
Unterleutnant Sartor
3 Füsilierkompanie Hauptmann v. Schenck
Oberleutnant Kaempfer jun.
Unterleutnant Stift
4. Füsilierkompanie Hauptmann v. Kergetroy
Oberleutnant unbekannt
Unterleutnant Heusler
2. Bataillon Kommandeur (Stand 20.02.1814) Major Schaffner
Grenadierkompanie Hauptmann Pfaff
Flankeurkompanie Leutnant Müller
1 Füsilierkompanie Hauptmann Hartmann
2. Füsilierkompanie Hauptmann Bierbrauer
3. Füsilierkompanie Hauptmann Reusch
4. Füsilierkompanie Hauptmann Rommershausen
3. Bataillon (Depotbataillon in Dillenburg) Kommandeur Major v. Reichenau

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Das Regiment Oranien-Nassau

Am 24. Januar 1814 erreichte das 1.Bataillon nahezu seine volle Stärke. Es fehlt noch mindestens die 3. Kompanie, die zu diesem Zeitpunkt bei Tringenstein steht (s.h. Die Geschichte des Johann Jost Holighaus). Es bestand aus einer Grenadier-, einer Flankeur sowie aus vier Füssilierkompanien. Die Stärke betrug 19 Offiziere und 778 Unteroffiziere und Mannschaften. Bewaffnung und Ausrüstung ließen jedoch zu wünschen übrig. Jede Kompanie sollte etatmäßig einen Hauptmann, einen Oberleunant, einen Unterleutnant, einen Feldwebel, vier Serganten, einen Fourier, sieben (bei den Grenadieren und den Flankeueren acht) Korporale, zwei Tamboure (bei den Flankeuren an deren Stellen drei Hornisten) und 100 Gemein zählen. Ab dem 06. Februar 1814 stand das Bataillon im Raum Frankfurt und stieß Ende des Monats zu der herzoglich-nassauischen Brigade, um sich unter ihrem Kommando an der Blockade von Mainz zu beteiligen. Wirklich vollständig war es wohl erst Anfang April, da ein Soldat der 3. Kompanie berichtet, erst am 08.April nach Mainz gekommen zu sein (s.h. Die Geschichte des Johann Jost Holighaus). Das 2.Bataillon war noch schlechter ausgestattet als das 1.Bataillon. Ende März  trafen die Grenadier- und die Flankeurkompanie im Raum Schierstein ein. Die vier Füssilierkompanie kamen erst Ende April. Das gesamte Kontigent erschien in einem Stärkerapport der Brigade v. Bismark  mit 39 Offizieren und 1.439 Unteroffizieren und Gemeinen. Nach dem Friedensschluß Ende Juni, kehrten die Truppen in die Heimat zurück. Das 1. Bataillon lag wahrscheinlich im Fürstentum Siegen, das 2. Bataillon wurde auf die Städte Dillenburg, Hadamar, Herborn und Diez verteilt. Auch die freiwilligen Jäger wurden im Juni beurlaubt.  Doch die Beurlaubung war nur von kurzer Dauer. Schon im Juli treten die beiden Bataillone in den Sold der „Vereinigten Niederlande“ über. Das 1. Bataillon und eine Depotkompanie wurden durch einberufene Mannschaften komplettiert und am 29.August in Marsch in Richtung des neuen Standortes Nymwegen gesetzt. Da Oberstleutnant Schaffner schwer erkrankte übernahm Major Dressel das Kommando. Das in den Stammlanden verbliebene sechshundert Mann starke 2. Bataillon wurde im Fürstentum Siegen stationiert, die Reserve-die 2. Depotkompanie- in Dillenburg und im Amt Ebersbach.

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Der Oranien-Nassauische Landsturm

Durch die „Landesherrliche Verordnung über den Oranien-Nassauischen Landsturm“ wird der Befehl zur Aufstellung gegeben. Der Landsturm erfaßte alle waffenfähige Männer zwischen dem 18. und 60. Lebensjahr. Freigestellt von den vorwiegend Sonntagnachmittag abgehaltenen Übungen waren Versehrte , Prediger, Ärzte, Apotheker, Lehrer und bestimmte Handwerker.  Die sieben Kantone der oranischen Länder bildeten je ein“Banner“, die Ämter Burbach und Neunkirchen formierten den 8., das Amt Diez den 9. Bezirk und das entsprechende Banner. Befehlshaber waren die Bannerherren. Sie erhielten den Charakter „Landsturms-Hauptmann“ oder „Landsturms-Major“ und leiteten alle Landsturmangelegenheiten in ihren Kantonen.

Die Bannerherren der Kantone der Oranisch-Nassauischen Lande

Kanton Dillenburg Hauptmann v. Mumme Dillenburg
Kanton Herborn Hauptmann Löber Sinn
Kantone Haddamar und Rennerod Seekapitän Reichmann Hadamar
Kantone Siegen und Netfen Steuerrentmeister Leuthaus Siegen
Kanton Diez Kammerrat und Rentmeister Eberhard Diez
Kanton Driedorf Oberhofgerichtsrat Kriegsmann (gen. Böttger) Dillenburg
Kantone Burbach und Neunkirchen Hauptmann v. Stepproth Zeppenfeld

Jede Kompanie in den Bannern wurde nach Bürgermeistereien eingeteilt. Sie bestand aus einem Hauptmann, zwei Leutnants sowie auf zehn Landsturmmänner einen Unteroffizier. Eine bestimmte Uniform war nicht vorgeschrieben, erlaubt waren blauer Rock mit roten Aufschlägen oder der grüne Jägerrock. Die Stabsoffiziere wurden verpflichtet Uniform zu tragen: Blauer Rock mit roten Aufschlägen und Kragen, weißen Knöpfen und zwei silberne Epauletten, graue Beinkleider. Die übrigen Offiziere hatten als Auszeichnung ihres Dienstgrades ein orangefarbenes breites Band am Oberarm anzulegen. Silberne Borten darauf zeigten den Dienstgrad an. Unteroffiziere und Korporale trugen orange Streifen aus Kamelgarn, je nach ihrem Dienstgrad. An den Kopfbedeckungen war die orangfarbene Kokarde anzulegen und zusätzlich als „Feldzeichen“ ein grüner Zweig. Die Freiwilligen von Siegen stellten als „Land-Dragoner“ die Landsturmreiterei, ihre Aufgabe war der Patroulliendienst. Für Waffen mußten die Landsturmmänner selbst sorgen. Wer kein Gewehr besaß, sollte sich acht Schuh (2,40 Meter) lange Pike mit einer eisernen Spitze ausrüsten. Munition und Trommeln wurden gestellt. Wenn die Sturmglocken in den größeren Orten (Dillenburg, Dietz, Siegen, etc.) läuteten, nahmen die Kirchspielorte das Sturmgeläut auf und der Landsturm hatte sich auf den Alarmplätzen zu versammeln. Bei Verstößen gegen die vorgeschriebenen Pflichten wurden Geldstrafen verhängt. Diese dienten zum „Besten der Kompanie“. Zu einem militärischen Einsatz kam der oranisch-nassauische Landsturm nicht. Er wurde schon 1815 aufgelöst.

Fortsetzung folgt. Quellen: Herzogtum Nassau 1806-1866 Ausstellungskatalog, Historische Kommission für Nassau Das herzoglich-nassauische Militär, Peter Wacker , Schellenbeg`sche Verlagsbuchhandlung Knöthel, Uniformenkunde Die Geschichte des Johann Jost Holighaus während des Feldzuges von 1815

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